Was kostet eine Hochzeit?

Dies ist eine der ersten Fragen, die beim zukünftigen Brautpaar auftaucht – beziehungsweise bei den Eltern von Braut und Bräutigam, die traditionellerweise meist einen Teil oder die gesamten Kosten übernehmen. Die Berechnung der Kosten hängt von vielen Faktoren ab, wobei der Spielraum nach oben so gut wie offen ist.

Für die meisten Hochzeiten bei einer durchschnittlichen Gästezahl von 60 Personen sind zwischen 4.000 und 7.000 Euro zu veranschlagen. Flitterwochen, Jungesellinnen- und Junggesellenabschied sind darin nicht inkludiert.

Ausstattung des Brautpaars (600 bis 2.000 € für die Braut, 400 bis 1.200 € für den Bräutigam)
Die Ausstattung der Braut umfasst Brautkleid, Kopfschmuck (Schleier, Hut, Diadem), Strümpfe und Wäsche, Schuhe und Tasche. Für Make-up und Friseur sollten Sie 80 bis 250 Euro einrechnen.

Günstige Kleider finden Sie oft gebraucht im Internet oder via Zeitungsannonce. Mit kleinen Accessoires lassen sich Kleider von der Stange individuell stylen. Wenn Sie sich beim Brautkleid keine Kostenbegrenzung setzen wollen, könnten Sie sich überlegen, ob Sie es danach wieder verkaufen.

Sie können das Kleid aber auch umfärben oder kürzen lassen und so für andere Anlässe einsatzfähig machen. Bei einem hohen Anschaffungspreis wäre es sonst schade, die Robe nur ein einziges Mal zu tragen! Der Bräutigam benötigt Anzug, Krawatte oder Fliege, Manschettenknöpfe und Schuhe. Rechnen Sie eventuell anfallende Kosten für die Änderungsschneiderei mit ein!

Trauringe (500 bis 1.500 €)
Bei diesem Punkt dürfen Sie ruhig etwas tiefer in die Tasche greifen, denn Ihre Trauringe werden Sie ab dem Tag der Heirat jederzeit begleiten. Bedenken Sie beim Aussuchen, dass Ihnen die Ringe auch noch in vielen Jahren gefallen sollten.

Ebenso sollten Sie darauf achten, dass sie Sie bei manuellen Tätigkeiten nicht allzu sehr stören und etwaige Reparaturen (z.B. bei herausgefallenen Steinchen) mit der Zeit teuer kommen können. Gravuren mit Namen und Datum oder Sprüchlein kosten natürlich extra. Dazu passende Ringkissen können Sie ab ca. 25 Euro erstehen.

Hochzeitsfotograf (600 bis 1.200 €)
Bei der Auswahl Ihres Fotografen sollten Sie sich genügend Zeit nehmen, denn professionelle, hochwertige Fotos von Ihrem großen Tag werden noch lange freudige Erinnerungen wecken.

Am besten lassen Sie sich jemanden empfehlen von einem Paar, das selbst gute Erfahrungen gemacht hat. Oder suchen Sie einen Fotografen in der Nähe des Ortes, wo Ihre Hochzeit stattfinden wird – andernfalls könnten hohe Anreisekosten anfallen.

Ihr Fotograf wird Ihnen sicherlich gerne eine Arbeitsmappe mit vergangenen Aufträgen vorlegen. Auch ein Blick in die Gestaltung seiner Auslage kann nicht schaden!

Blumenschmuck und Tischdekoration (200 bis 500 €)
Der Blumenschmuck umfasst die Gestecke auf den Tischen, in der Kirche und auf dem Auto, das die Braut zur Kirche bringt. Sie zahlen nicht nur für die Herstellung, sondern auch für den Transport zur jeweiligen Location.

Der Brautstrauß kann alleine schon an die 100 Euro kosten. Wer sein eigenes Bouquet zum Trocknen aufbewahren möchte, kann eine kleinere Version davon für das beliebte Brautstraußwerfen anfertigen lassen. Vergessen Sie nicht auf das Anstecksträußchen für den Bräutigam!

Wenn Sie etwas weniger Geld ausgeben möchten, verzichten Sie auf exotischen Blumen und halten Sie auch die übrige Dekoration schlicht. Viele Deko-Elemente haben eine Mehrzweckfunktion, z.B. Glasuntersetzer die auch als  Tischkartenhalter verwendet werden können.

Bewirtung der Gäste (40 bis 100 € pro Person)
Hier kommt es natürlich vor Allem auf die Größe Ihrer Hochzeitsgesellschaft an und auf Ihre Ansprüche an das leibliche Wohl.

Rechnen Sie am besten damit, dass etwa 95 Prozent der eingeladenen Gäste kommen werden. Einladungen zu Hochzeiten werden erfahrungsgemäß äußerst ungern abgesagt. Achten Sie beim Menü darauf, zumindest eine zweite Speisefolge (am besten vegetarisch) anzubieten. Menüs beginnen ab 30 Euro pro Person, Getränke ab 10 Euro pro Person.

Vielleicht können Sie mit Ihrem Wirt Rabatte aushandeln oder einen Teil der Bewirtung auslagern auf ein Catering-Unternehmen – gut dafür eignet sich zum Beispiel der Sektempfang vor der Trauungszeremonie.

Hochzeitstorte (150 bis 300 Euro)
Wer seine Torte nicht selber backen möchte oder niemanden kennt, der das quasi als Freundschaftsdienst übernimmt, muss sich beim Konditor um eine Hochzeitstorte umsehen.

Cremige Torten oder Torten mit aufwendigem, filigranem Zuckerwerk kosten erfahrungsgemäß mehr als fruchtige Kuchen. Standardisierte Torten kommen ebenfalls günstiger als Sonderwünsche. Tortenständer oder -étagère können in der Regel beim Konditor ausgeliehen werden.

Eventuell fallen Lieferkosten separat an, aber Sie können die Torte auch selbst transportieren. Vielleicht wünschen Sie sich eine besondere Tortenfigur aus Keramik als Deko-Element. Diese gibt es ab ca. 35 ,00Euro zu erstehen.

Miete für Veranstaltungsräume (ab 500 €)
Wenn die Location nicht an ein Restaurant gebunden ist, sind Extrakosten einzukalkulieren, die sich je nach Größe und Exklusivität berechnen.

Die Feierlichkeiten auf dem Märchenschloss kommen deutlich teurer als ein gewöhnlicher Veranstaltungsraum. Die Location sollte in erreichbarer Nähe zu Kirche bzw. Standesamt liegen.

Klären Sie ab, ob Sie für Equipment (Mikrophon, Dia-Leinwand, Beamer etc.) separat zahlen oder ob diese Kosten in der Saalmiete inkludiert sind.

Miete für Leihwagen oder Kutsche (ab 80 € pro Stunde bzw. 400 bis 600 €)
Der Prinzessinnentraum vom weißen Pferdegespann samt Kutscher ist nicht gerade günstig, macht dafür aber besonderen Eindruck. Klassisch sind auch der Oldtimer oder die Stretchlimousine, die mit Chauffeur ab ca. 80 € pro Stunde zu haben sind.

Vielleicht kennen Sie aber jemanden persönlich, der Ihnen ein schickes Auto zu einem kleineren Unkostenbeitrag leihen kann?!

Musikkapelle, Chor, Band oder DJ (80 bis 200 € pro Stunde)
Auch wenn Sie keinen Popstar auf Ihrer Hochzeit auftreten lassen wollen, sind die Kosten für die musikalische Untermalung nicht zu unterschätzen. Vergleiche lohnen sich hier!

Vergessen Sie nicht auf „unkonventionelle“ Wege, wie Sie Ihre Musiker finden: Schreiben Sie etwa eine Annonce an das Schwarze Brett von Musikhochschulen – Studierende können sich so etwas dazuverdienen und verlangen noch nicht so viel wie fertig ausgebildete Musiker.

Womöglich haben Sie aber auch jemanden im Bekanntenkreis, der ein Händchen dafür hat und den musikalischen Part gerne für Sie übernimmt.

Standesamt (ca. 40 €)
Die Höhe der Kosten variiert je nach Anzahl der erforderlichen Dokumente und hängt auch davon ab, ob eventuell Dokumente geprüft oder übersetzt werden müssen. Die Gebühren müssen meist bereits bei der Anmeldung zur Eheschließung entrichtet werden.

Fragen Sie am besten direkt bei Ihrem Standesamt nach, die dort zuständigen Personen helfen Ihnen bei Ihren Fragen sicherlich gerne weiter. Vergessen Sie nicht, dass nach einer Heirat mit Namensänderung auch Dokumente geändert werden müssen.

Kirchliche Trauung (Spende)
Die kirchliche Trauung selbst kostet in der Regel nichts, üblich sind aber kleine Spenden an den Pfarrer und die Ministranten. In manchen Pfarren wird während der Zeremonie der Klingelbeutel durchgegeben.

Viele Brautpaare laden den Pfarrer auch im Anschluss zum Hochzeitsessen ein. Allenfalls könnte auch Miete für die Kirche zu zahlen sein.

Einladungen, Menü- und Dankeskarten (10 bis 30 € pro Person)
Personalisierte Einladungen und Dankesgrüße sowie Menükarten sind schon zu geringen Beträgen in Druckereien, im Copyshop oder in Internetshops erhältlich.

Lassen Sie die Karten unbedingt Korrektur lesen, bevor Sie sie in Druck geben. Überlegen Sie sich, wo Sie sparen können: Bei Paaren oder Familien reicht es aus, eine Karte an alle zu schicken. Wenn es nicht zu umständlich ist, können Sie manche Karten auch persönlich überbringen, anstatt sie per Post zu versenden.

Falls Sie eine eher kleine Hochzeit planen, könnten Sie die Karten auch selbst basteln – so lässt sich viel Geld sparen und jede Karte ist ein Unikat. Anregungen dafür können Sie sich in Magazinen, auf Websites oder Blogs holen.

Gastgeschenke (2 bis 10 € pro Person)
Nicht nur in den USA, auch hierzulande werden kleine Mitbringsel für die Gäste immer üblicher. Die Geschenke sollen die Gäste an den schönen Anlass erinnern und haben oft auch eine symbolische Bedeutung.

Hochzeitsmandeln etwa sind ein traditionelles Gastgeschenk und stehen für Glück, Fruchtbarkeit, Wohlstand, Gesundheit sowie ein langes Leben. Die Palette an Auswahlmöglichkeiten ist quasi unbegrenzt – nur klein, fein und nicht allzu teuer sollten die Give-Aways sein.

Die Geschenke für die Trauzeugen oder Brautjungfern dürfen allerdings ruhig etwas kostspieliger und auch ausgefallener sein, schließlich wollen Sie damit auch Ihren Dank ausdrücken.

Animateur oder Babysitter für die kleinen Gäste (30 bis 100 € pro Stunde)
Wenn es für die Kinder beim andauernden Stillsitzen langweilig wird, kann ein Clown, Animateur oder Zauberkünstler für die Kleinen zum Highlight werden. Profis verlangen für ihr Können und die Materialien aber auch eine dementsprechend hohe Gage.

Sie können Spiele, Bastelsachen, ein Hochzeitsmalbuch und dergleichen selbst besorgen und einen Babysitter als Aufsichtsperson einstellen. Anfahrtskosten sind in diesen Budgetposten ebenfalls einzuberechnen.

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