Achterbahn der Gefühle – auch Hormone feiern Hochzeit

„Der schönste Tag im Leben“ – romantisch und gefühlvoll soll er sein, voller Liebe und Sentimentalität stellen wir uns ihn immer vor, Träume werden erfüllt, der Tag ist unverwechselbar und natürlich unvergesslich schön.

Die wissenschaftliche Erklärung für den Liebestaumel lesen Sie hier!

Die Liebes-„erklärung“ einmal anders! Die junge Wissenschaftsjournalistin Linda Geddes betrachtet in einer empirischen Studie ihren schönsten Tag im Leben von der wissenschaftlichen Seite. Sie wollte wissen, wie sich das Bindungshormon Oxytocin am Tag ihrer Hochzeit verändert. So stellte Sie ihre eigene Hochzeit in den Dienst der Wissenschaft.

Der Treffpunkt für die Hochzeitsgesellschaft war gewählt, die Kleider der Brautjungfern ausgesucht und vorbestellt und sogar die Farbwahl der Tischdekoration schon entschieden. Aber über die Errichtung einer entsprechenden Vorrichtung für die gekühlte Zentrifuge und die Versorgung des Blutes mit Trockeneis musste sich dieses spezielle Brautpaar auch noch Gedanken machen.

Dazu kamen noch die Sorgen darüber, dass das entnommene Blut das kostbare Seidenhochzeitskleid ruinieren könnte, und was ist eigentlich zu tun, wenn jemand ohnmächtig wird?

Das Organisieren einer Hochzeit kann anstrengend genug sein, aber bei diesem Abenteuer gab es doch noch einige Überlegungen mehr. Die beiden Heiratswilligen verwandelten ihre Hochzeit in ein Wissenschaftsexperiment, um zu untersuchen, was im Körper geschieht, wenn es sich um die Wörter „Ja, ich will“ dreht.

Der Fokus war das Hormon Oxytocin, das auch als Bindungs- und Liebeshormon definiert wird, welches für Vertrautheit und Wohlwollen sorgt. Üblicherweise wird diese Art von Experimenten in Labors untersucht, wo Freiwillige gebeten werden, mit unterschiedlichen Experimente (zB. durch verschiedenartige Spielmethoden) Vertrautheit und Bindung herzustellen. Doch wie sieht es im wahren Leben aus?

So wurde dem Brautpaar, einigen Verwandten und befreundeten Gästen vor, während und nach der Hochzeitsfeier und unmittelbar vo dem berühmten “Ja-Wort” Blut entnommen um die Hormonwerte zu untersuchen.

Das Ergebnis war eindeutig: die Hormonwerte der Braut und der Mutter der Braut erfuhren während der Zeremonie den höchsten Anstieg, doch auch beim Bräutigam und einigen Verwandten war ein Aufwärtstrend eindeutig feststellbar. Annähernd gleich blieb der Wert bei den Freunden des Paares. Hier gab es nur wenige Ausnahmen, bei denen ein erhöhter Oxytocin-Wert feststellbar war. Dies wird durch einen Neuroökonom so erklärt, dass durch  die feierliche Handlung und den öffentlichen Ritus die Familienbindung gestärkt wird.

Hormone hin, Hormone her: der Hochzeitstag soll für Sie „der schönste Tag im Leben“ sein!

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