Irrungen und Wirrungen

Beziehungen sind schon etwas Feines, allerdings nicht immer ganz leicht.

Guter Rat ist dann teuer.

Sogenannte Beziehungsratgeber schwören dann gerne darauf, die ultimativen Tipps und besten Antworten parat zu haben, um Konflikte oder Probleme schnell, einfach und glimpflich zu regeln.

Allerdings wurden dabei auch schon mal recht bizarre Ratschläge gegeben, über die wir uns nur wundern können oder in Lachen ausbrechen. Ein paar Ratschläge toppen hierbei alles und haben es in den Olymp der schrägsten und lachhaftesten Beziehungstipps geschafft.

Wie den Mann fürs Leben finden?

Im Jahre 1963 schien die Antwort auf die Frage ziemlich klar zu sein: Friseuse musste man sein.

Ein Ratgeber zum Thema Ehe und Beziehung war der felsenfesten Überzeugung, dass die Berufswahl, vornehmlich die der Friseuse, maßgeblich den Erfolg bei Männern bestimme.

So seien Friseusen hübsch, gepflegt und hätten ein regelmäßiges Einkommen. Mitte 20 sei so – allerspätestens – jede Friseuse unter der Haube.

Lehrerinnen oder Juristinnen dagegen hätten es schwer. Würden Damen, welche diese Berufswahl getroffen haben, nicht spätestens mit Mitte 20 verheiratet, sei der Zug abgefahren.

Juristinnen würden dann allzu sehr von der Nüchternheit und Logik durchdringt sein und Lehrerinnen seien später viel zu sehr Erzieherin, um noch anziehend zu wirken.

Was soll man dazu sagen?

Adieu kranker Freund

Große Denker waren bei diesem Tipp am Werke: Blutsverwandte, Tuberkulose- und Syphiliskranke eignen sich nicht als Partner!

Wer hätte das gedacht?

Der Ratgeber aus dem Jahre 1910/12 hat damit immerhin schon eine ungefähre Anleitung in Richtung Traumpartner gegeben. Etwas genauer wurde die Anleitung durch den Rat eines Buches aus dem Jahre 1959, der besagte, dass auch Glücksspieler, Homosexuelle, Trinker und Heiratsschwindler nicht unbedingt die perfekten Ehepartner sind.

Außerdem lehnt der Ratgeber auch eine Liaison zwischen Vegetariern und Fleischliebhabern ab. Aufgrund einer erhöhten Konfliktgefahr könne man hier nicht auf eine harmonische Beziehung hoffen.

Oje, also lieber beim nächsten Date sofort nach schlimmen Krankheiten und Essgewohnheiten fragen!

Körperliche Freuden

Sex ist eine der schönsten Nebensachen der Welt. Das wusste man schon 1926. Aber wussten Sie auch, dass Sex am meisten Spaß macht, wenn beide Partner Lust haben?

Ein Ratgeber aus dem Jahre 1926 warnt ausdrücklich davor, Sex zu haben, wenn gerade nur ein Partner in Stimmung ist.

Auch ein Ratgeber aus dem Jahre 1959 sieht diesen Tatsachen ins Auge und weist darauf hin, dass verschlossene Oberschenkel und damit ein erschwerter Zugang zu den weiblichen Genitalien eindeutige Zeichen dafür seien, dass der weibliche Part gerade keine Lust hätte.

Daraus sollte man schließen, dass Sex nur stattfinden kann, wenn beide es wollen.

Andere Ratgeber schließen sich an, indem sie des weiteren raten, während des Liebesspiels auf körperliche Gebrechen des Partners zu achten. Man sollte sich solche Positionen auswählen, die dem Partner am wenigsten Schmerzen verursachen.

Nun, das sind doch mal Nachrichten, die man sich merken sollte.

Die aufgeklärten 90er

Nun mag ja die Illusion entstehen, derlei Absurditäten wären ein Relikt vergangener Jahrzehnte.

Mitnichten!

Noch 1996 rät ein Buch, man solle als Frau während des Liebesspiels doch bitte nur Laute, keinesfalls aber ganze Sätze äußern.

Vor sich hin plappern und kommunizieren ist während des Aktes tabu, lediglich minimale Lautäußerungen sind erlaubt. Man höre und staune!

Die Not mit den Männern

Und als wäre das nicht alles genug, muss sich Frau ja auch mit untreuen Männern umgeben. So zumindest ein Handbuch aus dem Jahre 1955.

Papst Pius XII wies auf den bedauerlichen Umstand hin, dass Männer, bedingt durch Romane, Filme etc., in welchen Leidenschaften gezeigt würden, irgendwann automatisch in eine entrückte Welt gerieten.

So sei es nicht verwunderlich, dass sie sich irgendwann im Laufe einer Ehe auch einmal auf ein Geplänkel mit anderen Frauen einließen.

Kommt es dann irgendwann einmal zum Streit, gehen Sie entweder zum Papst oder schieben Sie – egal worum es geht – bei einem Streit einfach die Schuld immer Ihrem Mann in die Schuhe.

Im Jahr 1963 sollen nämlich Statistiken aus Amerika besagt haben, dass in 63 Prozent der Ehekräche Männer die Schuld trügen.

Sie beschuldigen Ihren Mann also wahrscheinlich nicht einmal zu Unrecht.

Wenn das nun also keine Tipps für eine perfekte Ehe sind!

Dennoch, ein guter Rat zum Schluss: Seien Sie – zumindest in manchen Situationen – Querdenker und befolgen Sie nicht alle Ratschläge, die man Ihnen gibt!

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